Das Gute barrierefrei: Wie Menschen mit Behinderung im Krieg helfen

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Die Behinderung ist kein Hindernis für das freiwillige Engagement, selbst während des großangelegten Krieges. Das beweisen die Protagonist:innen unserer Auswahl, die trotz extrem schwieriger Bedingungen alles dafür tun, um anderen Menschen zu helfen. In friedlichen Zeiten kämpften sie aktiv für die Rechte der Menschen mit Behinderung sowie für die Barrierefreiheit. Bereits zu Beginn der großangelegten Invasion verwandelte sich ihre Arbeit in Freiwilligenbewegungen. Die einen sind bei der Evakuierung der Menschen oder humanitären Einsätzen behilflich, die anderen sammeln Spenden.

Wir haben eine Auwahl der Zitate von Menschen mit Behinderung gesammelt, die am eigenen Beispiel zeigen, dass die Freiwilligenarbeit keine Grenzen kennt und dass jeder einen Beitrag zum Sieg der Ukraine leisten kann.

Dmytro Schtschebetjuk
Gründer der NGO „Dostupno.UA“

Informiert Menschen mit Behinderung darüber, wie sie evakuiert werden, finanzielle sowie humanitäre Hilfe erhalten und im Ausland arbeiten können.

„Jeder und jede ist an seinem/ihrem Platz. Und das ist wunderbar, wenn Menschen in ihrem Bereich alles, was sie können, tun. So nähern wir uns dem Sieg an allen Fronten.“

Walentyn Schabunin
Gründer der NGO „Autoclub der Invaliden “Porschen Wolyni“, Mechaniker der Autowerkstatt „Porschen“ in Luzk.

Repariert Autos für die Streitkräfte der Ukraine und schickt sie an die Front, passt die Autos für die Militärangehörigen mit Behinderung an.

„Unsere Jungs kämpfen für den Sieg. Der kommt sicher. Wir glauben fest daran und werden alles dafür tun.“

Jurij Ponkin
Leiter der NGO „Bewegung ohne Grenzen“, Abgeordneter des Terny Regionalen Rates in Krywyj Rih.

Evakuiert Menschen mit Behinderung aus Krywyj Rih und leistet ihnen humanitäre Hilfe, hilft dabei, eine Unterkunft in der Stadt einzurichten. Auch sammelt er die nötige Ausrüstung sowie Geld für die Streitkräfte der Ukraine.

„Ich arbeite in Ruhe, helfe Menschen und den Ukrainischen Streitkräften. Natürlich ist diese Ruhe relativ. Doch egal, wie erschüttert man drinnen ist – draußen bleibt man stark wie ein Fels, denn von deinem Zustand hängen andere Menschen und Ereignisse ab. Daher… Keep calm and help Ukraine (Ruhe bewahren und der Ukraine helfen. – A.d.R.)!“

Uljana und Witalij Ptscholkin
Soziale Aktivist:innen, Leitende der NGO „Gruppe der aktiven Rehabilitation“

Evakuieren Menschen mit Rückenmarksverletzungen, leisten ihnen und ihren Angehörigen humanitäre Hilfe, organisieren Trainings für Freiwillige zur Begleitung solcher Menschen mit Rückenverletzungen, die sich im Rollstuhl fortbewegen, und halten auch Vorträge über die Besonderheiten einer inklusiven Unterkunft für Binnenvertriebene.

„Wir als Gesellschaft, als Staat müssen alles dafür tun, damit sich Menschen, die im Krieg verletzt wurden, in der Ukraine nicht verlassen fühlen.“ (U. Ptscholkina)

Alla Murisidi
Leiterin des Hilfsvereins „Ukrainischer Verein der Menschen mit Behinderung“.

Mit Unterstützung deutscher Organisationen leistet sie humanitäre Hilfe für Menschen mit Behinderung in Saporischja, darunter Hygieneartikel, Medikamente (Arzneimittel, Tonometer, Wagen, Glucometer) und Lebensmittel, ist bei den Zentren behilflich, die Binnenvertriebene in Saporischja aufnehmen, evakuiert Menschen mit Behinderung aus der Stadt und den benachbarten Orten.

„Wir warten alle auf den Sieg. Wir wollen nach Hause zurückkehren und uns weiter mit unserer Arbeit beschäftigen, nämlich Saporischja zugänglich und inklusiv machen.“

Tetjana Herasymowa
Case Managerin der NGO „Fight For Right“ / „Kampf für Rechte“

Hilft den Menschen mit Behinderung, sich aus den gefährlichsten Orten der Region Donetschtschyna, darunter aus Druschkiwka, Kramatorsk, Kostjantyniwka und anderen banchbarten Wohnorten in Sicherheit zu bringen.

„Alles, was wir tun, ist wichtig. An der Front, bei der humanitären Hilfe, auf den Titelblättern weltweit oder in einem Post auf Facebook. Wichtig ist, dass wir uns dadurch dem Sieg nähern.“

Julija Myronjuk
Soziale Aktivistin

Verteidigt Rechte von Menschen mit Behinderung, führt Beratungen zur Inklusion durch, hält Vorträge zur Wohnpolitik des Staates, darunter zu Binnenvertriebenen in der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Krieg und zur Einhaltung der Vorgaben der Staatlichen Baunormen.

„In der Zeit der großflächigen Invasion Russlands in die Ukraine wurde die Frage der Barrierefreiheit noch dringlicher. Die architektonische Unzugänglichkeit vieler Verstecke, Verletzungen zahlreicher Militärangehöriger sowie der Zilibevölkerung, andauernde verstärkte Migration der Menschen im ganzen Land sind eben Dinge, die jetzt Aufmerksamkeit erfordern. Und der weitere Aufbau zerstörter Gebiete im ganzen Land soll nach den Prinzipien der Barrierefreiheit erfolgen. Denn jeder und jede hat Recht auf Sicherheit und Komfort, was zu Grundbedürfnissen gehört.“

Oleh Naumenko
Rollstuhlfechter, Mitglied des Freiwilligenvereins „Freiwillige Military Mykolajiw“

Zusammen mit anderen paralympischen Athleten aus Mykolajiw stellt er solare Akkugeräte und Peryskope mit 3D-Druckern für die Streitkräfte der Ukraine her und sammelt Geld für Ersatzteile dafür.

„Die Menschen sind unter einem einzigen Prinzip vereint: Möchten wir den Ukrainischen Streitkräften helfen, helfen wir, wie wir können.“

Beitragende

Idee:

Bogdan Logwynenko

Text:

Marjana Senkiw

Chefredakteurin:

Anja Jablutschna

Redaktion:

Olena Sadworna

Bildredaktion:

Jurij Stefanjak

Übersetzung:

Roksoliana Stasenko

Redaktion der Übersetzung:

Wolfgang Zehetbauer

Contentmanagement:

Anastasija Schochowa