An der Cyberfront des russisch-ukrainischen Krieges

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Russland kämpft die Ukraine nicht nur zu Lande, zu Wasser und in der Luft, sondern auch online: Es organisiert Phishing-Angriffe auf Ukrainer, verbreitet Falschmeldungen und sammelt über soziale Netzwerke Informationen über die Stellungen ukrainischer Streitkräfte. Dank dem Einsatz von Freiwilligen und der Unterstützung seitens staatlicher Behörden wurde in der Ukraine eine eigene IT-Armee geschaffen, um an der Informationsfront Gegenwehr zu leisten.

Eine Möglichkeit des Online-Kampfes ist die Durchführung von DDoS-Angriffen auf russische Webseiten. Dank eines speziellen Programms erhalten diese Webseiiten so viele Anfragen, dass der Server der Belastung nicht standhalten kann und zusammenbricht. Jeder, der einen Laptop und einen Internetzugang hat, kann mitmachen. Die Cyber-Truppen koordinieren die DDoS-Angriffe und bieten detaillierte Anleitungen, auch für Anfänger. Die IT-Armee hat bereits die Webseiten der Regierungen Russlands und Belarus, der staatlichen Medien sowie einiger Banken und Unternehmen lahmgelegt.

IT-Spezialisten haben auch ein Spiel entwickelt, mit dem sich russische Webseiten ohne zusätzliche Programme angreifen lassen. Ein Spieler sendet etwa 20.000 Blockierungsanfragen pro Stunde. Die gleiche Funktion ist jetzt auch in dem bekannten Spiel „Kobza“ verfügbar.

Anonymous, die globale Hackerorganisation, hackt Webseiten und hinterlässt Nachrichten für Russen und Belarusen, die genaue Informationen über den Krieg enthalten und zu Protesten aufrufen. Am 25. Februar sickerte die Datenbank des russischen Verteidigungsministeriums durch. Ukrainische Cyber-Truppen hackten auch die Webseite des Kremls und verschafften sich Zugang zu persönlichen Daten, u.a. zu den Telefonnummern aller Mitarbeiter.

Auch blockiert die ukrainische IT-Armee systematisch feindliche Informationsquellen. Dutzende von Konten auf Telegram, YouTube, Facebook, Instagram und TikTok, die Desinformationen und Daten über die Standorte der ukrainischen Streitkräfte verbreiteten, wurden bereits lahmgelegt. Dies funktioniert aber auch in umgekehrt: Fotos und Videos, die auf den persönlichen Konten russischer Soldaten gepostet werden, helfen ukrainischen Soldaten, feindliche Truppen zu identifizieren und zu neutralisieren.

Viele Ukrainer schreiben Russen und Ausländer an und versuchen, die Wahrheit über den Krieg zu erzählen. Sie hinterlassen Bewertungen verschiedener Sehenswürdigkeiten in russischen Städten auf Google Maps, u.a. informieren sie über russische Kriegsgefangene und fordern die Russen auf, nach Verwandten zu suchen, die unter den Besatzern der Ukraine sein könnten. In sozialen Medien kennzeichnet man die Webseiten bekannter Marken, die weiterhin in Russland tätig bleiben, und man fordert diese Unternehmen auf, die Finanzierung von Morden einzustellen.

Wie wird man einer Kämpfer auf der Informationsfront

Nützliche Linke:
– IT-Armee der Ukraine: https://t.me/itarmyofuraine
– Info-Widerstand: https://t.me/OK_ukr
– Telegramm-Kanal des Ministeriums für digitale Transformation, wo man die Propaganda-Ressourcen blockieren kann: https://t.me/stoprussiachannel
– Aktualisierte Liste von IT-Projekten, die den Aggressor bekämpfen: https://cutt.ly/uA1KS1V

Beitragende

Idee:

Bogdan Logwynenko

Text:

Iryna Pelz

Tonja Andrijtschuk

Chefredakteurin:

Jewhenija Saposchnykowa

Bildredaktion:

Jurij Stefanjak

Übersetzung:

Wiktorija Mychajlowa

Redaktion der Übersetzung:

Oleksiy Obolenskyy

Contentmanagement:

Anastasija Schochowa