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Sprachliche Repressionen waren für Jahrhunderte eines der Hauptinstrumente des russischen Kampfes gegen die Ukraine. Beim Entwickeln des schablonenhaften Narratives der „Brüdervölker“, machen russische Politiker immer absurdere Aussagen, dass die ukrainische Sprache künstlich sei und mit Zwang eingeführt wurde. Doch für den Aggressor geschah nichts wie gedacht, denn, wie Serhij Zhadan sagte, wird die Geschichte gegenwärtig nicht bloß neugeschrieben, sondern sie wird in der ukrainischen Sprache geschrieben.

Während des von Russland begonnenen ganzflächigen Krieges gegen die Ukraine wurde die ukrainische Sprache nicht nur zu einem Marker der ukrainischen Identität und der Bürgerposition, sondern auch zu einem Instrument des Kampfes gegen den Feind. Sein Land gegen den Aggressor zu verteidigen geht nicht nur mit der Waffe, sondern auch mit dem Wort.

Foto: Jurij Stafanjak / Text: Sprich nicht die Sprache des Okkupanten! Wechsle ins Ukrainische

Praktisch alle Ukrainer kennen und verstehen die russische Sprache, aber Russen die ukrainische nicht. Das nicht-Verstehen der ukrainischen Sprache durch russische Soldaten und Saboteure stellt ein gängiges Mittel dar um diese aufzudecken. Die Ukrainischen Streitkräfte haben hingegen öffentlich bekanntgegeben, dass die ukrainischen Soldaten ausschließlich Ukrainisch sprechen, wenn auch nicht perfekt.

Text: [Blaubeere auf Ukrainisch (Lochyna)] Sprache ist eine Waffe

In den sozialen Netzwerken gibt es bereits unzählige Videos, wie ukrainische Soldaten, Kämpfer der Territorialen Verteidigungsverbände oder zivile Bewohner verdächtige Personen mithilfe ukrainischer Wörter oder Sprichwörter überprüfen.

Text: Leib Brot auf Ukrainisch (Paljanyzja)

Das Wort „Paljanyzja“ [Leib Brot] ist bereits zu einem der sprachlichen Symbole dieses Krieges geworden. Russen sind einfach nicht in der Lage es richtig auszusprechen und ihre Medien übersetzen ihn als „Erdbeere“.

Russischsprachige Ukrainer sind bereits vor Ausbruch des ganzflächigen Krieges aktiv zur Verwendung des Ukrainischen übergegangen und setzen dies auch jetzt fort. Damit drücken sie ihre Position gegen den Aggressor aus. Gegenwärtig bietet sich der Ukraine eine historische Chance sich jeglicher kulturellen Verbindungen zu Russland zu entledigen.

Die russische Sprache verwenden Ukrainer nun dazu, um sich an den Feind zu wenden und diesen zu demoralisieren. Die ukrainischen Medien duplizieren ihren Inhalt auch auf Russisch, damit die Bevölkerung Russlands erfährt, dass ihre Regierung sie jahrelang belogen hat und dies auch weiterhin tut.

Die ukrainische Sprache wird vermehrt von Ausländern gelernt. Den Angaben der Online-Plattform „Duolingo“ zufolge, ist weltweit der Anteil derjenigen, die die ukrainische Sprache lernen möchten, während der ersten Woche des russischen Angriffskrieges um 200% gestiegen.

Die ukrainische Sprache wird jetzt in aller Welt vor allem mit Widerstand, Tapferkeit, Einigkeit und Freiheit assoziiert. Russisch hingegen ist die Sprache des Aggressors.

Beitragende

Idee:

Bogdan Logwynenko

Text:

Anja Jablutschna

Übersetzung:

Hermann Schmidt

Contentmanagement:

Anastasija Schochowa